Haben Sie schon einmal von Fernwärmenetzen gehört? In anderen europäischen Ländern ist dieses gemeinschaftliche Wärmesystem sehr beliebt und gewinnt auch in unseren Regionen zunehmend an Bedeutung. Dieses innovative System bietet enormes Potenzial.
Entdecken Sie, was ein Fernwärmenetz für Sie tun kann!
Technologisches Potenzial
Fernwärmenetze bergen ein erhebliches technologisches Potenzial. Dank zentralisierter Energieversorgung, gemeinsam genutzter Infrastruktur und der eingesetzten Netzregelungstechnologien arbeiten diese städtischen Wärmesysteme besonders effizient.
Zentralisierung
Bei einem Fernwärmenetz ist die Wärmeerzeugung zentralisiert, ebenso wie alle Anlagen. Die Wärme wird in einem zentralen Heizraum erzeugt und anschließend über ein Rohrleitungsnetz an die Verbraucher verteilt.
Diese Zentralisierung und die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur ermöglichen den Zugang zu effizienteren und kostengünstigeren Technologien. Die Nutzung von Geothermie als Wärmequelle erfordert beispielsweise eine spezielle Infrastruktur, die für individuelle Heizsysteme nicht realisierbar wäre. Mit zentralisierter Fernwärme werden solche Lösungen möglich.
Regulierung durch einen professionellen Betreiber
Das Fernwärmenetz wird von einem auf Fernwärme spezialisierten professionellen Betreiber reguliert. Dessen Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind staatlich geregelt. Seine Rechte und Pflichten gegenüber den Verbrauchern sind in der nationalen Gesetzgebung festgelegt. Der Betreiber verwaltet das Netz effizient, reguliert es, führt die Instandhaltung der Anlagen durch und behebt etwaige Störungen.
Dadurch ist ein Fernwärmenetz effizienter und zuverlässiger als eine individuelle Heizungsanlage. Darüber hinaus muss sich der Endverbraucher keine Gedanken mehr um die Heizung machen. Er muss sich weder um die Wartung des Heizkessels noch um das Nachfüllen des Heizöltanks kümmern.
Spitzentechnologien
Ob für die Entwicklung oder Regulierung von Fernwärmenetzen – Experten setzen auf Spitzentechnologien, die sich stetig weiterentwickeln. Fernwärmenetze expandieren in ganz Europa rasant. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen werden neue Werkzeuge entwickelt, getestet und implementiert. Diese Technologien, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, ermöglichen es Ingenieurbüros und Betreibern von Fernwärmenetzen, die Planung und Regulierung von Fernwärmenetzen zu optimieren.
Diese Werkzeuge bieten zahlreiche Vorteile. Sie verbessern die Energieeffizienz des Netzes und reduzieren Wärmeverluste. In Kombination mit Energiespeichern erleichtern sie zudem die Integration erneuerbarer Energien. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, durch eine verbrauchsoptimierte Analyse der Strompreise Energiekosten zu senken.
Umweltpotenzial
Fernwärmesysteme bergen ein erhebliches Umweltpotenzial. Im Zeitalter der Energiewende stellen diese umweltfreundlicheren Systeme eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Heizkesseln dar.
Ein saubereres und nachhaltigeres Heizsystem
Die Wärmeerzeugung ist heute für rund 40 % der CO₂-Emissionen eines durchschnittlichen europäischen Verbrauchers verantwortlich. Fernwärmenetze bergen daher das Potenzial, unseren CO₂-Fußabdruck deutlich zu verringern. Schätzungen zufolge reduziert die Nutzung von Fernwärme die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu einem einzelnen Heizkessel um das Vierfache.
Fernwärmenetze bieten somit die Möglichkeit, nachhaltigere Technologien einzusetzen. Selbst wenn die verwendeten Energieträger auf Kohlenstoff basieren, wie beispielsweise Gas oder Heizöl, kann die Fernwärme auch erneuerbare und CO₂-freie thermische Energiequellen wie Geothermie, Biomasse oder Abwärme nutzen.
Überblick
In Kopenhagen werden 98 % der Haushalte über ein Fernwärmenetz beheizt. Das Netz, das in den 1970er-Jahren nach der Ölkrise errichtet wurde, versorgt nahezu alle Einwohner mit Wärme. Bis 2025 sollen mindestens 70 % der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.
Lokale und erneuerbare Energieerzeugung
Das zum Heizen üblicherweise verwendete Gas und Heizöl wird importiert. Durch die Förderung grüner Energie priorisieren Fernwärmenetze die lokale Produktion erneuerbarer und dekarbonisierter Energie und reduzieren so unsere Abhängigkeit von instabilen ausländischen Märkten. Biomasse und Biogas können beispielsweise lokal gewonnen werden (Holz, Lebensmittel- und Agrarabfälle usw.).
Wärmepumpen ermöglichen zudem die Nutzung lokaler Energie durch die Verwendung von Erd- und Luftwärme. Diese können mit Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie betrieben werden.
Auch thermische Energiespeicher fördern die Entwicklung erneuerbarer Energien. Diese Energiequellen sind nämlich intermittierend und nicht steuerbar, d. h. sie stehen nicht immer zum Zeitpunkt des Verbrauchs zur Verfügung und sind daher nicht steuerbar. Eine Windkraftanlage beispielsweise ist auf Wind angewiesen, um Energie zu erzeugen. Mit einem Wärmespeicher kann diese erneuerbare Energie bei Verfügbarkeit genutzt und später zum Heizen verwendet werden.
Potenzial der Betriebskosten
Fernwärmenetze tragen nicht nur zu einer besseren Umwelt bei, sondern sind auch für Verbraucher und Projektentwickler kostengünstig.
Wettbewerbsfähige Preise
Fernwärmenetze bieten dank effizienterer Technologien und höherer Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen wettbewerbsfähige Preise. Dies bedeutet einen erheblichen finanziellen Vorteil für die Verbraucher.
Gemeinsame Wartung und Instandhaltung
Da die Anlagen zentralisiert und gemeinsam genutzt werden, erfolgt die Wartung und Instandhaltung des Netzwerks durch einen Fachmann. Die Gesamtkosten werden auf alle Nutzer verteilt und sind daher niedriger als bei individuellen Heizsystemen.
Ausbaupotenzial
Im Gegensatz zu individuellen Heizsystemen bieten Fernwärmenetze das Potenzial für eine Erweiterung und ein Wachstum. In stetig wachsenden Städten stellen diese Fernwärmesysteme eine ideale Lösung dar.
Anschluss
Jedes Fernwärmenetz ist so konzipiert und gebaut, dass zukünftige Anschlüsse an andere Gebäude oder auch an andere bestehende Fernwärmenetze möglich sind. Das heißt, unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Gebäude zu einem späteren Zeitpunkt an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen werden. Dazu muss zunächst ein Experte sicherstellen, dass die installierte Kapazität für die Wärmeerzeugung ausreicht. Anschließend sind die notwendigen Arbeiten erforderlich, um das Gebäude an die Rohrleitungen des Netzes anzuschließen.
Erweiterung
Fernwärmenetze lassen sich in jeder Größenordnung realisieren: von einem Stadtviertel über eine ganze Stadt bis hin zu mehreren Städten. So ist es möglich, ein großflächiges Netz zu errichten, das weit über die reine Wohnsiedlung hinausreicht. Neue Verteilungszweige können entwickelt werden, um auch Gebäude oder Gebiete mit Wärme zu versorgen, die bisher nicht angeschlossen waren. Das Fernwärmenetz in New York City ist ein Paradebeispiel für ein solches Großsystem. Es versorgt über 2.000 Gebäude.
Ausbreitung
Fernwärmenetze haben das Potenzial, sich zu vervielfachen. Die Einrichtung eines Fernwärmenetzes regt andere Projektentwickler dazu an, ebenfalls ein gemeinschaftliches Wärmenetz in ihrer Nachbarschaft, Stadt oder Wohnsiedlung zu errichten.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Fernwärmenetze bieten ein enormes Potenzial und erfüllen die aktuellen Anforderungen hinsichtlich Ökologie, Technologie, Kosten und Ausbau. Daher verdienen sie es, in Belgien weiterentwickelt zu werden, wie es unsere europäischen Nachbarn bereits tun.


