Fernwärmenetze erleben weltweit ein rasantes Wachstum.
Sie bieten zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Heizsystemen, weshalb immer mehr Städte und Bauträger in diese Netze investieren.
Entdecken Sie ihren Mehrwert in unserem Artikel!
Was ist Fernwärme?
Fernwärme, auch Wärmenetz oder Gemeinschaftswärme genannt, ist ein System, das Verbraucher über ein Netz isolierter Rohre mit Wärme versorgt.
Die Wärme wird zentral in einem Heizwerk erzeugt und anschließend über das Rohrnetz an Gebäude und Haushalte verteilt. Diese Wärmenetze werden vorwiegend in städtischen Gebieten eingesetzt, wo sie eine große Anzahl von Menschen mit Wärme versorgen können.
Die Vorteile der Fernwärme
Reduzierte installierte Kapazität
Die Bündelung von Wärmeerzeugungsanlagen ermöglicht die sogenannte Energiediversifizierung.
Nicht alle Nutzer des Netzes haben zur gleichen Tageszeit den gleichen Wärmebedarf. Dadurch wird die Wärmenachfrage gleichmäßiger verteilt. Je mehr Anschlüsse an das Netz angeschlossen sind, desto stärker profitiert die Kapazität des Fernwärmenetzes von dieser Diversifizierung.
Der Energiebedarf für die Wärmeerzeugung in einem Fernwärmenetz ist geringer als der Gesamtenergiebedarf, der entstünde, wenn alle Verbraucher über individuelle Heizsysteme verfügten.
Da weniger Energie benötigt wird, sind die Anlagen kleiner. Dies führt dazu, dass auch die vor- und nachgelagerten Aktivitäten (Rohstoffgewinnung, Materialbeschaffung, Transport, Stilllegung usw.) weniger umfangreich sind. Dadurch reduziert sich der Materialverbrauch und die Treibhausgasemissionen, die durch diese Aktivitäten entstehen.
Überblick
Paris verfügt über das größte Fernwärmenetz Europas. Auch die Klimaanlage wird mit Energie aus der Seine betrieben. Wenn Sie also bei einem Besuch im Louvre angenehm kühl bleiben, können Sie sich beim Fernwärmenetz bedanken. Auch die Nationalversammlung und das Pariser Rathaus profitieren davon.
Nutzung effizienterer Technologien
Dank gemeinsamer Anlagen haben Verbraucher Zugang zu effizienteren Technologien als in herkömmlichen Systemen. Fernwärmenetze nutzen Industrieanlagen mit höherer Effizienz, robusteren Komponenten und längerer Lebensdauer als Einzelkessel. Darüber hinaus setzen Fernwärmenetze modernste Technologien für Erzeugung, Speicherung und Netzsteuerung ein.
Zugang zu nachhaltigeren Technologien
Fernwärme erzeugt Wärme aus einer kohlenstoffbasierten oder kohlenstofffreien Energiequelle. Durch die zentrale Wärmeerzeugung ist der Zugang zu nachhaltigen Energiequellen einfacher und kostengünstiger als bei der individuellen Wärmeversorgung. Geothermie, also Energie aus der Erde, ist beispielsweise für den individuellen Gebrauch oft viel zu teuer. Sie wird jedoch zugänglich, wenn sich viele Haushalte anschließen. Nach dem Aufbau des Netzes können Erweiterungen in Betracht gezogen werden, um es auf weitere Haushalte auszudehnen.
Förderung der Energiewende
Wie wir gesehen haben, bieten Fernwärmenetze die Möglichkeit, nachhaltige und vollständig CO₂-freie Energiequellen wie Geothermie, Biogas, Holzbiomasse oder Abwärme zu nutzen. Selbst wenn die zunächst gewählte Energiequelle nicht nachhaltig ist, wie beispielsweise Heizöl oder Gas, erleichtert die Einführung von Fernwärme die zukünftige Energiewende des jeweiligen Stadtteils oder der Stadt. Folglich muss beim Wechsel von einer Energiequelle zur anderen lediglich der zentrale Heizraum eines Fernwärmenetzes angepasst werden.
Dies ist umso wichtiger, als die Heizung in Gewerbe- und Wohngebäuden in Belgien für etwa 18 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Schätzungen zufolge reduziert die Nutzung eines Fernwärmenetzes die CO₂-Emissionen im Vergleich zu einer individuellen Heizkesselanlage um den Faktor vier.
Platzsparend
Durch die zentrale Wärmeerzeugung an einem Ort entfällt der Bedarf an einem Heizkessel in jeder Wohnung. Die Wärme wird über Leitungen zu Umspannwerken direkt auf dem Grundstück des Verbrauchers geleitet. Diese Umspannwerke versorgen ein oder mehrere Gebäude mit Wärme. Nicht nur ist ein Umspannwerk für jede Wohnung überflüssig, diese Anlagen sind in der Regel auch kleiner als einzelne Heizkessel. Verbraucher sparen dadurch Platz, den sie anderweitig nutzen können.
Professionelles Management und Wartung
Das Netzwerk wird von einem Fachmann betrieben, der eine kontinuierliche und effiziente Wärmeversorgung gewährleistet. Der Betreiber kümmert sich auch um die Wartung und die Behebung von Störungen im Netzwerk. Dadurch genießen Verbraucher mehr Komfort, da sie sich nicht mehr um ihre Heizung kümmern müssen wie zuvor mit einzelnen Heizkesseln (keine Wartung, Instandhaltung usw.).
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Fernwärmenetze und die gemeinsame Nutzung von Anlagen bieten zahlreiche Vorteile für Verbraucher und Projektentwickler.
In Kombination mit einer guten Wärmedämmung stellen Fernwärmenetze eine Lösung für die Herausforderungen der Energiewende dar. Sie decken den Bedarf von Stadtvierteln, Gewerbegebieten und Städten im Bau oder in der Sanierung, die ihren Heizenergieverbrauch dekarbonisieren und ihren Verbrauchern optimalen thermischen Komfort bieten möchten.

